Das erste World Alliance Innovation & Technology Forum fand am 20. Oktober virtuell statt. In drei Sitzungen erörterten führende globale Experten sowie Leiter von Finanz- und Innovationszentren Lösungen zur Stabilisierung der Weltwirtschaft im Kontext der COVID-19-Pandemie.
Die Online-Veranstaltung wurde von der World Alliance of International Financial Centers, dem Qatar Financial Centre (QFC) und dem Moscow International Financial Centre (MIFC) organisiert.
Die COVID-19-Pandemie hat den tiefsten globalen Wirtschaftsabschwung seit Jahrzehnten ausgelöst. Auch wenn die endgültigen Auswirkungen noch unklar sind, wird die Pandemie in der Mehrheit der Länder mit Sicherheit zu einer Rezession führen. Globale Koordination und Zusammenarbeit werden für die weltweite Erholung entscheidend sein. Das Forum stellte fest, dass Finanzplätze Plattformen für die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren sein können, um geeignete und dringend benötigte Lösungen für die globale wirtschaftliche Erholung zu finden.
Anatoly Valetov, Director des Moscow Innovation Cluster Fund, sagte einleitend:
„In Zeiten einer globalen Epidemie steht die Welt vor der Notwendigkeit, rasch Innovationen einzuführen, die nicht nur darauf abzielen, die Verluste durch die Pandemie zu verringern, sondern auch die Gesundheit und das Leben der Menschen zu retten. Ökosysteme, die innerhalb von Finanzplätzen entwickelt werden und für die Entwicklung technologischer Projekte zuständig sind, leisten dazu einen wesentlichen Beitrag. Solche Plattformen dienen als Bindeglied zwischen Innovatoren, Staat, Wirtschaft und Investoren.“
Die Teilnehmenden betonten, dass globale Finanzplätze einen Beitrag zur Lösung der durch die Pandemie verursachten wirtschaftlichen Probleme leisten können und sollten. Heute wandeln sich Finanzplätze konsequent zu Entwicklungsinstitutionen, die Hunderte und Tausende von Organisationen in einem Ökosystem vereinen und zugleich die besten internationalen Praktiken in den Bereichen Regulierung, Entwicklung des Geschäftsumfelds und des Finanzsektors, Kompetenzen, Talente und Technologien bündeln. Insbesondere wird die Erholung des globalen Wirtschaftssystems durch innovative Technologien beschleunigt, die sich auf der Grundlage dieser Hubs dynamisch entwickeln. In ihrem Umfeld reifen neue digitale und Finanztechnologien deutlich schneller und breiten sich auf die gesamten Volkswirtschaften der Länder und Regionen aus, in denen die internationalen Finanzplätze angesiedelt sind. Internationale Finanzplätze ziehen zunehmend die neuesten digitalen und Finanztechnologien an und wirken als Beschleuniger und Instrumente der Vierten Industriellen Revolution (4IR) und eines neuen technologischen Weltmodells.
Yousuf Mohamed Al-Jaida, Chief Executive Officer, QFC, sagte:
„Die gemeinsame Ausrichtung dieses virtuellen Forums, des ersten seiner Art, hat die entscheidende Rolle der Finanzplätze als vollwertige Finanzdienstleistungszentren unterstrichen, die die wirtschaftliche Erholung beschleunigen und das Unternehmenswachstum fördern – gerade unter solch beispiellosen Umständen. Das Forum hat deutlich gemacht, wie entscheidend die Einführung neuester Technologien und die Förderung von Innovation als zentrale Katalysatoren nachhaltiger Entwicklung sind. In diesem Zusammenhang bot das Forum allen Mitgliedern der World Alliance eine anregende Plattform, um ihre erfolgreichen Initiativen und Bemühungen in diesem Bereich vorzustellen und die gemeinsamen Fortschritte auf dem Weg zu einem prosperierenden, technologiegetriebenen Finanzökosystem aufzuzeigen, das auch schwierigen Bedingungen standhalten kann.“
Jochen Biedermann, Managing Director, World Alliance, erklärte:
„Die World Alliance Innovation & Technology Forum, das erste seiner Art, hat die Beiträge der Mitglieder der World Alliance, führender internationaler Finanzplätze, zur wirtschaftlichen Erholung von der Pandemie aufgezeigt. In der Finanzbranche sind Innovation und neue Technologien entscheidend, um den Nutzern von Finanzdienstleistungen bessere und effizientere Dienstleistungen anzubieten. Sie richten sich an kleine und mittlere Unternehmen, die das Rückgrat unserer Volkswirtschaften bilden, von der Krise getroffen wurden und staatliche Hilfen sowie private Finanzierungen benötigen. Darüber hinaus helfen sie, Menschen, die aufgrund der aktuellen Krise ihren Arbeitsplatz verloren haben, wirksam zu unterstützen, um den Zusammenhalt unserer Gesellschaften zu wahren. Die Digitalisierung des Finanzsektors, die sich während der Krise deutlich beschleunigt hat, ermöglicht es uns, dies wesentlich besser zu tun.“
Aleksander Voloshin, MIFC, Chairman, Forum Analytical Center, betonte:
„Ich denke, wir haben in der Erklärung der World Alliance im Juni die richtigen Prioritäten gesetzt. Unser vorrangiges kurzfristiges Ziel ist es, Unternehmern, KMU, Start-ups und der Beschäftigung im Allgemeinen zu helfen.
Ich denke, unsere Aufgabe ist es, Menschen und Unternehmen Produkte und Dienstleistungen anzubieten, die ihnen das Leben während und nach der Pandemie erheblich erleichtern können.
Ich spreche dabei in erster Linie von digitalen Dienstleistungen, Plattformlösungen und regulatorischen Anpassungen. Diese Prozesse sind jederzeit wichtig, doch in der heutigen Welt sind sie absolut unverzichtbar.“
In der zweiten Sitzung des Forums erörterten die Referenten die wichtigsten Wettbewerbsfaktoren von Finanz- und Technologieökosystemen sowie die Auswirkungen der Pandemie. Das Verständnis der Grundlagen solcher Ökosysteme hat sich erheblich verändert: Früher waren sie ein Ort enger physischer Interaktion, doch das Coronavirus hat hier eigene Anpassungen erzwungen.
Der dritte Teil der Veranstaltung war der Pitch-Session gewidmet, in der sich Start-ups aus verschiedenen Ländern präsentierten.
Das Forum wurde von der World Alliance, dem MIFC und dem QFC organisiert. Ausführliche Informationen zum Forum finden Sie auf der Website: www.waifc-forum.com.
Über die Organisatoren:
Die World Alliance of International Financial Centers ist ein in Belgien eingetragener gemeinnütziger Verband, der 18 führende internationale Finanzplätze auf vier Kontinenten vertritt. Mitglieder der World Alliance sind Agenturen, Verbände und vergleichbare Institutionen, die ihre Finanzplätze entwickeln und fördern. In einer Zeit bahnbrechender Technologien und rascher gesellschaftlicher Veränderungen sind Finanzplätze entscheidend für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Ziel der World Alliance ist es daher, ein transparentes Netzwerk zu schaffen, das die Zusammenarbeit und den Austausch bewährter Verfahren erleichtert, um das Verständnis für die Bedeutung internationaler Finanzplätze für nationale und globale Volkswirtschaften sowie für die gesellschaftliche Entwicklung zu fördern.
Das Qatar Financial Centre (QFC) ist ein Onshore-Wirtschafts- und Finanzzentrum in Doha, das Unternehmen eine hervorragende Plattform für Geschäfte in Katar und der Region bietet. Das QFC verfügt über ein eigenes rechtliches, regulatorisches, steuerliches und geschäftliches Umfeld, das bis zu 100 % ausländisches Eigentum und 100 % Gewinnrückführung ermöglicht und einen wettbewerbsfähigen Körperschaftsteuersatz von 10 % auf lokal erwirtschaftete Gewinne erhebt. Das QFC heißt ein breites Spektrum von Finanz- und Nicht-Finanzdienstleistungsunternehmen willkommen.
Das Moscow International Financial Centre (MIFC) ist eine gemeinsame Initiative, die 2008 von der Wirtschaft, der Megaaufsichtsbehörde für den Markt, Selbstregulierungsorganisationen und allen Zweigen der Staatsgewalt – einschließlich des Präsidenten, der Regierung und des Parlaments – ins Leben gerufen wurde. Das MIFC hat umfassende Reformen in den Bereichen Regulierung, Infrastruktur, Besteuerung und Corporate Governance umgesetzt. Derzeit konzentriert sich das MIFC darauf, alle Aspekte der Regulierung zu verbessern und der Finanzbranche neue Impulse zu geben. Das Forum Analytical Centre ist ein in Moskau ansässiger Thinktank, der sich dieser Aufgabe widmet.