Die Jahresmitgliederversammlung der World Alliance, die in diesem Jahr von unserem geschätzten Mitglied FinCity.Tokyo ausgerichtet wurde, bot eine Plattform für wertvolle Diskussionen über die Zukunft der globalen Finanzwelt. Im Rahmen dieser hochkarätigen Veranstaltung hatten wir Gelegenheit, mit Chairman Hiroshi Nakaso über die zentrale Rolle von FinCity.Tokyo innerhalb der World Alliance sowie über die möglichen Chancen und Herausforderungen der globalen Finanzbranche zu sprechen.

In unserem Interview stellten wir Chairman Nakaso mehrere zentrale Fragen, um tiefere Einblicke in die Rolle von FinCity.Tokyo bei der diesjährigen Jahresmitgliederversammlung und in seine weiterreichende Bedeutung für die Finanzbranche zu gewinnen. Hier sind die besprochenen Fragen und Antworten:
1. Welche Veranstaltungen der Jahresmitgliederversammlung der World Alliance 2024 sind für FinCity.Tokyo von Interesse?
„Das ‚Women in Finance Project Meeting‘ ist interessant, weil eine ‚gleichberechtigte Gesellschaft‘ eines der Ziele ist, die die japanische Regierung verfolgt. Das Gender Equality Bureau des Kabinettsbüros der japanischen Regierung fördert die sogenannte ‚positive Aktion‘, die eine der wirksamsten Maßnahmen zur Steigerung der Beteiligung von Frauen ist, und stellt den relevanten Institutionen Informationen, Ermutigung und Unterstützung bereit. Diese Förderung zielt darauf ab, eine gleichberechtigte Gesellschaft zu verwirklichen, mit der Erwartung, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen in allen Bereichen der Gesellschaft bis 2020 mindestens 30 % beträgt.
Auch die ‚World Alliance Art & Financial Centers Event & Young Academic Award Ceremony‘ ist interessant, weil die japanische Regierung, die Japan Chartered Financial Analyst Association und lokale Unternehmen hier in KABUTO-CHO junge Finanzfachleute und Künstler fördern.
KABUTO-CHO, eines der führenden Finanzviertel Japans, fördert Aktivitäten, die Kunst und Finanzwelt miteinander verbinden, etwa indem es jungen Jazzmusikern monatlich einen Auftrittsort bietet.“
2. Welche wichtigen Initiativen verfolgt FinCity.Tokyo, um Tokio als Finanzplatz zu fördern?
„Wie ich in meiner Rede erwähnt habe, halte ich diese vier Initiativen für wichtig:
- die Förderung nachhaltiger Finanzierungen;
- die Schaffung interoperabler freiwilliger Kohlenstoffmärkte mit hoher Integrität;
- die Stärkung der digitalen Transformation im Finanzwesen;
- die Weiterentwicklung der gesamten Investment-Wertschöpfungskette.
Wir bei FinCity.Tokyo organisieren mit Unterstützung der Japan Financial Services Agency und mehrerer Finanzinstitute das ‚Tokyo Sustainable Finance Forum‘. Es ist ein Forum für in- und ausländische Finanzinstitute und weitere Interessierte zu globalen Trends und Zukunftsperspektiven im Bereich Sustainable Finance.
Es ist wichtig, dass jedes Land Initiativen zur Förderung der grünen Transformation ergreift, etwa durch Innovation und die Entwicklung von Politiken und Mechanismen, und das gemeinsame Ziel von Netto-Null auf verschiedenen Wegen anstrebt, die seiner Energiesituation und anderen Faktoren entsprechen.
Unsere Organisation betrachtet den Einsatz von Fintech als wichtiges Mittel, um unter anderem zur Verbesserung der finanziellen Leistungsfähigkeit beizutragen.
Vor dem Hintergrund der drei genannten Punkte gilt die ‚Weiterentwicklung der gesamten Investment-Wertschöpfungskette‘ in Japan als unerlässlich, um die Finanzierungslücke zu schließen, die durch die sinkende Geburtenrate, die alternde Bevölkerung und den Eintritt der Bevölkerung in den Ruhestand in Japan entsteht.“
3. Welche Chancen und Herausforderungen bestehen für die Finanzbranche weltweit?
„Die Weltwirtschaft ist vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen weiterhin dem Risiko einer tieferen Fragmentierung ausgesetzt. Gerade deshalb kommt der globalen Finanzbranche eine größere Rolle dabei zu, die internationale Wirtschaft bei der Zusammenarbeit in Bereichen gemeinsamer Interessen zu unterstützen, etwa bei der Bekämpfung des Klimawandels, der Erhaltung des Freihandels und der Förderung von Investitionen für nachhaltiges Wachstum.
Um diesem Zweck besser gerecht zu werden, muss die Finanzbranche unter Nutzung von Finanzinnovationen neue Wege der Kreditvergabe entwickeln. So könnte sie beispielsweise immaterielle Vermögenswerte wie Forderungen und geistiges Eigentum nutzen, die bislang als Sicherheiten noch zu wenig genutzt werden.
Auf diese Weise kann die globale Finanzbranche meiner Meinung nach eine bedeutende Rolle dabei spielen, privates Kapital zu mobilisieren, um die enorme Finanzierungslücke zu schließen, die zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung besteht.“