Das Economic Development Board of Mauritius hat eine neue Studie veröffentlicht, die aufzeigt, wie Mauritius dazu beitragen kann, Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand in Afrika zu fördern.
Warum wurde diese Studie in Auftrag gegeben?
Afrika entwickelt sich rasch zu einem Kontinent der Chancen und zur nächsten Wachstumsgrenze, und die Vision der Regierung von Mauritius besteht darin, die Position von Mauritius als Drehscheibe und zentraler Wegbereiter für hochwertige Investitionen in den Kontinent zu festigen. Dies ist eine ehrgeizige, aber wichtige Strategie, und das Economic Development Board hat diese Studie in Auftrag gegeben, um die Rolle zu dokumentieren, die wir für die Region gespielt haben, daraus zu lernen und sicherzustellen, dass die wesentlichen Bausteine zur Unterstützung und Umsetzung der Strategie der Regierung gelegt werden.
In den vergangenen Jahren haben viele afrikanische Länder trotz zahlreicher Herausforderungen einen Transformationsprozess eingeleitet und beispiellose Wachstumsraten, eine Zunahme von Handel und Investitionen sowie einen strukturellen Wandel erlebt. Nach Angaben des IWF sind ausländische Direktinvestitionen für Entwicklungsländer in ganz Afrika ein entscheidender Motor für künftiges Wachstum und künftige Entwicklung, was eine Chance für das Mauritius International Financial Centre (IFC) darstellt.
Die Afrika-Strategie unseres Mauritius IFC stützt sich auf diese Nachfrage nach ausländischen Investitionen und nach Zugang zu Finanzierung und Know-how nach und aus Afrika. Unsere Strategie wird nicht nur zur Transformation Afrikas in einen wohlhabenden Kontinent beitragen, sondern auch erhebliche Ausstrahlungseffekte auf die mauritische Wirtschaft in verschiedenen Segmenten und Wirtschaftszweigen haben.
Das aufschlussreichste Bild, das sich aus dieser Studie ergibt, ist zweifellos die grundlegende Rolle, die unser IFC aktiv bei der Förderung von Wirtschaftswachstum und Wohlstand in Afrika spielt. Damit liefert sie eine dringend benötigte Perspektive auf den Wert, den unser Standort in diesem Teil der Welt hat.
Warum könnte Mauritius als Vorbild für andere afrikanische Finanzplätze gelten?
Zunächst möchte ich die historische und bedeutende Rolle von Mauritius als Bindeglied in der afrikanischen Region hervorheben. Strategisch günstig im Herzen des Goldenen Dreiecks gelegen, das Asien und Afrika mit dem Rest der Welt verbindet, entwickelte sich Mauritius zu einer natürlichen Drehscheibe für die maritime Anbindung sowie für Finanzdienstleistungen. Bereits im 17. Jahrhundert nutzten Händler aus dem Westen, dem Nahen Osten, Afrika, Indien und China Mauritius als regionale Drehscheibe für Zahlungen und Abwicklungen. Wir blicken zudem auf eine lange Bankentradition zurück: Die älteste Geschäftsbank in Subsahara-Afrika ist seit 1838 von Mauritius aus tätig.
Heute ist der Finanzdienstleistungssektor einer der dynamischsten und leistungsstärksten Sektoren unserer Wirtschaft. Mauritius hat sich einen ausgezeichneten Ruf als Finanzplatz erworben, und unser Finanzdienstleistungssektor hat sich angesichts der Covid-19-Pandemie als widerstandsfähig erwiesen – mit einer geschätzten Wachstumsrate von 1,1 % und einem BIP-Beitrag von 13 % für das Jahr 2020 sowie einer Bankenarchitektur, die die Mindestanforderungen an monetäre Solidität und Kapitaladäquanz übertrifft.
Mit drei Jahrzehnten Erfahrung bei grenzüberschreitenden Investitionen und Finanzierungen beruht das Mauritius IFC auf einem robusten Ökosystem und ist besonders gut positioniert, um eine strategische Rolle bei der Gewinnung von Investitionen und der Förderung von Wohlstand für und in ganz Afrika zu spielen. Der Anspruch von Mauritius, einer der führenden IFCs der Region zu sein, ergibt sich aus der Rolle, die wir bereits als Katalysator für hochwertige Investitionen auf dem Kontinent spielen.
Die Ergebnisse dieser Studie belegen unser Engagement und zeigen, dass mehr als 80 Milliarden USD an Investitionen nach Afrika in Mauritius domiziliert sind. Eines der bemerkenswertesten Ergebnisse der Studie ist die Tatsache, dass Mauritius jährlich rund 6 Milliarden USD zu den Steuereinnahmen afrikanischer Regierungen beiträgt.
Wie Sie jedoch wissen, achten Investoren bei Investitionen über ein IFC nicht nur auf steuerliche Anreize. Investoren suchen vor allem vertrauenswürdige, kompetente Finanzplätze mit Stabilität, guter Regierungsführung, einfachen Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit, wirtschaftlicher Demokratie und starker Infrastruktur – und Mauritius erfüllt all diese Kriterien.
Als äußerst stabiles und demokratisches Land in Afrika bietet Mauritius eine Reihe anspruchsvoller Produkte und Dienstleistungen für die internationale Investorengemeinschaft und deren auf Afrika ausgerichtete Investitionen.
Tatsächlich fließen mehr als 40 % der gesamten Investitionen aus Mauritius nach Afrika, die sich über unsere Global Business Companies auf fast 18 Milliarden USD belaufen, in Länder, mit denen Mauritius kein Doppelbesteuerungsabkommen hat.
Das Land ist Sitz zahlreicher internationaler Banken, Investmentfonds, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Private-Equity-Gesellschaften, Beteiligungsholdings und anderer Finanzinstitute. Diese beständige Unterstützung und das anhaltende Vertrauen multinationaler Finanzdienstleistungsinstitute sprechen für das Mauritius IFC und die besonderen Vorteile, die es bietet.
Was können Sie zur Rolle der Finanzplätze bei der wirtschaftlichen Erholung Afrikas sagen?
Während die Pandemie andauert und eine weitreichende Wirtschaftskrise verursacht, wächst der Bedarf an konkreten Investitionen in Afrika, um eine wirtschaftliche Erholung zu erreichen. Nach Angaben der Weltbank erfordert eine schnellere Erholung nach der Pandemie die Ankurbelung von Investitionen und den Aufbau einer Pipeline klar definierter Projekte, die zu Wachstum und sozialem Zusammenhalt beitragen.
Daher ist es dringend erforderlich, dass Mauritius und andere IFCs eine strategische Rolle dabei spielen, ausländische Investitionen in den Kontinent weiter anzuregen, insbesondere wenn Afrikas Investitionslücke von 7 Billionen USD geschlossen werden soll, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 zu erreichen. Um diese Ziele zu erreichen, wird ein erhebliches Volumen an ausländischen Investitionen in Afrika erforderlich sein.
Ein IFC geht über die bloße Bündelung von Investitionen oder die Erzielung finanzieller Renditen hinaus – wie die Studie gezeigt hat, bewirkt ein IFC auch messbare, positive soziale oder ökologische Effekte für die Empfängerländer. So unterstreicht der Bericht beispielsweise, dass 4,2 Millionen Arbeitsplätze auf dem afrikanischen Festland durch ausländische Investitionen gestützt werden, die über das Mauritius IFC vermittelt werden.
Afrika ist ein wachsender Markt für Mauritius, und die Investitionszahlen aus der Erhebung von Capital Economics belegen dies. Die Investitionen in Ost- und Westafrika sind in den letzten zehn Jahren um 29 % bzw. 27 % gestiegen, während die Investitionen im südlichen Afrika um 56 % zugenommen haben. Die Studie hebt zudem hervor, dass risikoscheue Investoren ohne stabile Finanzplätze wie Mauritius, die über einen soliden Rechtsschutz und das notwendige Know-how zur Abwicklung von Transaktionen verfügen, möglicherweise überhaupt nicht investieren würden.
Während wir afrikanischen Nationen den Weg der wirtschaftlichen Erholung beschreiten, bin ich zuversichtlich, dass Mauritius über die notwendigen Voraussetzungen verfügt, um den Kontinent bei seinem Streben nach Wohlstand, wirtschaftlicher Entwicklung, Beschäftigungsmöglichkeiten und einer höheren Lebensqualität zu unterstützen, die zur Erreichung der SDGs erforderlich sind – zumal sich die Bevölkerung Afrikas bis 2050 voraussichtlich nahezu auf 2,5 Milliarden verdoppeln wird.
Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier, wo Sie sie auch herunterladen können.
Die hier veröffentlichten Beiträge geben die Ansichten der jeweiligen Autorinnen und Autoren wieder und nicht notwendigerweise die der World Alliance.