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Gemeinsame Erklärung zur aktuellen Pandemie

Die World Alliance setzt sich in diesem globalen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Notstand für internationale Zusammenarbeit und nachhaltige Investitionen ein und warnt vor der selbstschädigenden Verlockung des Protektionismus.

GEMEINSAME ERKLÄRUNG

Die führenden Finanzplätze der Welt stehen zusammen und werden ihren Beitrag leisten, um die aktuelle Krise abzumildern und eine wirtschaftliche Erholung vorzubereiten. Internationale Finanzplätze werden eine entscheidende Rolle dabei spielen, die Weltwirtschaft wieder auf die Beine zu bringen und nach der Krise der Realwirtschaft und der Gesellschaft insgesamt zu dienen.

Die durch die Pandemie notwendig gewordenen weltweiten wirtschaftlichen Stillstände haben beispiellose Eingriffe erfordert, und unsere Branche hat bei der Unterstützung dieser Maßnahmen eine zentrale Rolle gespielt. Sobald das Coronavirus besiegt ist, müssen wir die Weltwirtschaft im Rahmen des Erholungsprozesses wieder in Gang bringen.

Kurzfristig ist Widerstandsfähigkeit entscheidend. Wir müssen die verwundbarsten Teile unserer Volkswirtschaften schützen und ihnen dienen:

  • Unternehmer und Start-ups sind wichtige Quellen der Innovation. Wir müssen sie in schwierigen Zeiten mit Notfallmitteln unterstützen.
  • KMU sind das Rückgrat unserer Volkswirtschaften. Sie stellen einen großen Teil der weltweiten Beschäftigung, und wir müssen sie unterstützen. Sie benötigen Zugang zu öffentlicher wie privater Finanzierung.
  • Die Erwerbsbevölkerung im Allgemeinen. Viele Menschen haben durch die aktuelle Krise ihren Arbeitsplatz verloren, andere arbeiten nur noch in Teilzeit zu geringeren Löhnen. Die Finanzbranche muss sie unterstützen, um den Zusammenhalt unserer Gesellschaften zu wahren.

Mittelfristig müssen die Länder ihre Investitionen ausweiten und digitale Infrastrukturen weiterentwickeln. Während der Lockdown-Phasen haben wir erlebt, wie wichtig digitale Dienstleistungen im Finanzwesen und darüber hinaus sind.

Um zu diesen verschiedenen Prioritäten beizutragen, haben wir gemeinsame internationale Arbeitsgruppen eingerichtet, die neue Empfehlungen erarbeiten.

Unsere Behörden haben begonnen, diese Fragen auf nationaler Ebene anzugehen, doch wir sind fest davon überzeugt, dass internationale Zusammenarbeit für eine globale wirtschaftliche Antwort entscheidend ist. Wir müssen verschiedene Initiativen unterstützen, darunter fiskal- und geldpolitische Impulse. Auf diese Weise werden Maßnahmen zur Abmilderung der Krise deutlich wirksamer sein.

Regierungen und Regulierungsbehörden müssen ihre Reaktion auf die Pandemie weiterhin abstimmen. Unternehmen werden Freiraum und regulatorische Unterstützung benötigen, um sich auf die Bewältigung der bevorstehenden Herausforderungen konzentrieren zu können. Die Länder müssen der selbstschädigenden Verlockung des Protektionismus widerstehen und zusammenarbeiten, um Handel und Investitionen konstruktiv und nachhaltig für unsere Volkswirtschaften zu öffnen.

Langfristig ist es unerlässlich, dass wir unsere Wirtschaftsmodelle überdenken und langfristigen Perspektiven, innovativen Geschäftsmodellen, nachhaltigen Volkswirtschaften sowie ökologischen und sozialen Belangen neue Priorität einräumen.

Arnaud de Bresson, Vorsitzender des Vorstands der World Alliance und CEO von Paris Europlace:

„Diese Krise wird das Geschäftsmodell der kommenden Jahre verändern. Neue Prioritäten sind, die Solidarität zu stärken und die Entwicklung von Innovationen zu beschleunigen. Die Finanzbranche ist Teil der Lösung, indem sie die Finanzierung von Unternehmen begleitet sowie nachhaltige Finanzierung und die Entwicklung neuer Technologien voranbringt. Mit der World Alliance intensivieren internationale Finanzplätze ihre Zusammenarbeit, um neue Ziele festzulegen und ihre Best Practices auszutauschen.“

Miles Celic, Mitglied des Vorstands der World Alliance und CEO von TheCityUK:

„COVID-19 ist ein globaler gesundheitlicher Notstand, aber auch ein globaler wirtschaftlicher Notstand. Beispiellose internationale Herausforderungen erfordern internationale Koordination, damit wir die Wirksamkeit der Schritte, die einzelne Jurisdiktionen unternehmen, maximieren können. Internationale Finanzplätze standen im Mittelpunkt der Bewältigung der unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen. Sie werden auch für die Erholung von zentraler Bedeutung sein. Regierungen müssen noch enger untereinander und mit der Branche zusammenarbeiten, um dies zu ermöglichen.“

Kairat Kelimbetov, Mitglied des Vorstands der World Alliance und Gouverneur des Astana International Financial Centre:

„Wir stehen vor einer neuen Realität, auf die die internationale Finanzgemeinschaft und das von mir geleitete AIFC jedoch gut vorbereitet sind: Wir beraten und unterstützen die Maßnahmen der Regierung, stellen die Instrumente und Investitionen bereit, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, und helfen den Unternehmen, die es am dringendsten benötigen, insbesondere den KMU. Zusammenarbeit bei Handel und Investitionen, der Austausch von Best Practices und die Stärkung derjenigen mit den passenden Fähigkeiten werden der Schlüssel zum Wiederaufbau des nationalen und globalen wirtschaftlichen Wohlstands sein.“

Keiichi Aritomo, Mitglied des Vorstands der World Alliance und Executive Director FinCity.Tokyo:

„Obwohl COVID-19 eine globale Pandemie ist, waren die politischen Reaktionen in den einzelnen Jurisdiktionen eher unkoordiniert und zersplittert. In dieser Situation ist die World Alliance einzigartig positioniert, um verschiedene staatliche Akteure nahtlos und positiv zu beeinflussen und die wirtschaftliche Wende in abgestimmter Weise voranzutreiben. Obwohl COVID-19 eine enorme Tragödie ist, beobachten wir auch einige positive Ergebnisse dieser Erfahrung. Aus Tokioter Sicht verändern wir das gesamte Finanzökosystem und die Lieferketten in rasantem Tempo, was zu einer erheblichen Produktivitätssteigerung führt. So nutzen beispielsweise Büroangestellte endlich digitale Kommunikations- und Cloud-Computing-Werkzeuge. Robotik und IoT werden in den Regionen Japans zunehmend in Industrie, Landwirtschaft und Dienstleistungsbranchen eingesetzt. FinCity.Tokyo wirkt als Katalysator für die neue Normalität nach dem Coronavirus.“

Jennifer Reynolds, Mitglied des Vorstands der World Alliance, President & CEO von Toronto Finance International:

„Der Finanzsektor hat in enger Zusammenarbeit mit Regierungen und Regulierungsbehörden rasch gehandelt, um Privatpersonen und Unternehmen den Zugang zu Krediten und finanzielle Stabilität zu sichern. Eine fortgesetzte Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Finanzsektor wird entscheidend sein, um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen dieser globalen Pandemie erfolgreich zu überwinden.“

Nicolas Mackel, Mitglied des Vorstands der World Alliance und CEO von Luxembourg for Finance:

„Während die Welt die Eindämmungsmaßnahmen langsam aufhebt, wird die Finanzdienstleistungsbranche eine zentrale Rolle bei der Erholung von den wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie spielen. Finanzinstitute – Banken, aber auch Vermögensverwalter und Versicherungsunternehmen – unterstützen Industrie und KMU, indem sie ihnen die notwendigen Finanzmittel bereitstellen. Finanzplätze helfen mit der bei ihnen gebündelten Expertise, diese Ströme effizienter abzuwickeln.“

Yousuf Mohamed Al-Jaida, Mitglied des Vorstands der World Alliance und Chief Executive Officer, Qatar Financial Centre:

„Die Vorbereitung auf die Zeit nach der COVID-19-Pandemie ist ebenso wichtig wie die strikten Eindämmungsmaßnahmen. Dabei ist der Handel ein integraler Bestandteil der globalen wirtschaftlichen Erholung, und Regierungen müssen in Zusammenarbeit mit Organisationen wie der World Alliance beginnen, eine wirtschaftliche Infrastruktur aufzubauen, die eine stetige und inklusive Erholung unterstützt.“

Saïd Ibrahimi, Mitglied des Vorstands der World Alliance und CEO von Casablanca Finance City:

„In Afrika bietet die Zeit nach COVID-19 eine einzigartige Chance, Strukturreformen anzustoßen, die Volkswirtschaften zu diversifizieren, die Wertschöpfungsketten zu stärken und weitere nachhaltige und inklusive Wachstumspfade zu fördern. Wir sind fest davon überzeugt, dass Finanzplätze eine maßgebliche Rolle dabei spielen werden, Investitionen dorthin zu lenken, wo sie am dringendsten benötigt werden.“

S. E. Abdullah Al Salmi, Mitglied des Vorstands der World Alliance und Executive President der Capital Market Authority Oman:

„Es besteht kein Zweifel, dass COVID-19 die Finanzmärkte weltweit schwer getroffen hat. Ebenso wenig sollte jedoch bezweifelt werden, dass diese Krise eine Chance für Finanzplätze darstellt, enger als je zuvor zusammenzuarbeiten, um eine rasche und umfassende Erholung zu unterstützen.“

Young Ho Park, Mitglied des Vorstands der World Alliance und Leiter des BIFC Promotion Center:

„So wie wir in der Vergangenheit Infektionskrankheiten überwunden haben, glauben wir, dass die Menschheit auch diesen Kampf letztlich gewinnen wird. Wie immer wird die Krise bald zu einer Chance werden, und unsere Finanzdienstleistungsbranche wird die Krise als Gelegenheit nutzen können, neue Technologien aufzugreifen und geschäftliche Fortschritte zu erzielen. Und wir hoffen, dass die gesellschaftliche Rolle des Finanzwesens durch die Verbreitung von Social Finance stärker hervortritt, was eine Gelegenheit bieten wird, das Tätigkeitsfeld der Finanzbranche zu erweitern.“

Alexander Voloshin, Mitglied des Vorstands der World Alliance und Vorsitzender, Forum Analytical Center, Moskau:

„Das volle Ausmaß der mit COVID-19 verbundenen globalen Wirtschaftskrise müssen wir erst noch erfahren. Eines ist sicher: Anders als frühere Krisen wurde diese nicht vom Finanzsektor verursacht. Vielmehr war der Finanzsektor darauf vorbereitet, sich ihr zu stellen. Heute ist unsere Branche Teil der Lösung. Wir müssen den Umständen gewachsen sein.

Mitglieder der World Alliance und andere Staaten haben ein breites Spektrum an Hilfen für KMU sowie sozialen Entlastungsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Der Finanzsektor konzentriert sich darauf, die Steuerlast für Unternehmen und Privatpersonen zu erleichtern. Unser Ziel ist es, während der Krise erschwingliche Finanzprodukte anzubieten. Das ist die richtige Richtung.

Wir stehen vor einer neuen Herausforderung – das Finanzwesen muss stabil bleiben, während wir uns aus der Pandemiekrise herausarbeiten. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Expertise in innovativer Transformation, die die Finanzbranche in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, es uns ermöglichen wird, inklusiver, anpassungsfähiger und effizienter zu werden – zum Nutzen unserer Kunden und Volkswirtschaften.“

Hubertus Väth, Mitglied des Vorstands der World Alliance und Geschäftsführer, Frankfurt Main Finance:

„Finanzplätze spielen eine Schlüsselrolle dabei, produktives Kapital zu sichern und Volkswirtschaften wieder anzukurbeln, während Regierungen bei ihren Bemühungen, die COVID-19-Pandemie einzudämmen, zunächst auf die Bremse getreten sind und diese nun langsam wieder lösen. Die Finanzbranche ist zweifellos ein entscheidender Teil der Lösung. Die vielfältige Infrastruktur eines Finanzplatzes, der große Pool an Fachkräften und die etablierte Abstimmung zwischen Geschäfts- und Förderbanken ermöglichen es Regierungen, ihre Strategien für die wirtschaftliche Erholung umzusetzen.“

Zahra Abdel Rassoul, Mitglied des Vorstands der World Alliance und stellvertretende Geschäftsführerin, Stuttgart Financial:

„Wir haben das Stadium erreicht, in dem die Ausgangsbeschränkungen in unseren Ländern schrittweise aufgehoben werden; doch schon jetzt lässt sich sagen, dass die neue Normalität nicht der alten Normalität entsprechen wird. Die COVID-19-Krise hat Folgen auf globaler Ebene hinterlassen, weshalb es unerlässlich ist, ihre Auswirkungen auch auf globaler Ebene zu bewältigen und zu lösen. Die entscheidenden Faktoren werden unserer Ansicht nach Zusammenarbeit, Transparenz und Vertrauen sein. Die World Alliance verfügt über ein hervorragendes Potenzial, zur Lösungsfindung beizutragen, da bedeutende Finanzplätze bei den Herausforderungen, vor denen unsere Finanzplätze stehen, zusammenarbeiten, indem sie Best Practices austauschen und erfolgreiche Ansätze transparent machen.“

Die World Alliance of International Financial Centers ist ein in Belgien eingetragener gemeinnütziger Verband, der 17 führende internationale Finanzplätze auf vier Kontinenten vertritt. Mitglieder der World Alliance sind Agenturen, Verbände und ähnliche Institutionen, die ihre Finanzplätze entwickeln und fördern.

In einer Zeit bahnbrechender Technologien und rascher gesellschaftlicher Veränderungen sind Finanzplätze entscheidend für nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Ziel der World Alliance ist es daher, ein transparentes Netzwerk zu schaffen, das die Zusammenarbeit und den Austausch von Best Practices erleichtert, um das Verständnis für die Bedeutung internationaler Finanzplätze für nationale und globale Volkswirtschaften sowie für die gesellschaftliche Entwicklung zu vertiefen.