Der zweite Teil der Reihe in Partnerschaft mit Findexable setzt unser Thema fort: wie sich die Welt und insbesondere die Finanzdienstleistungsbranche auf eine neue Realität einstellen – und welche Herausforderungen und Chancen dies mit sich bringen wird.
Im Einklang mit der Sitzung der vergangenen Woche, in der der Schutz von KMU und der Aufbau von Widerstandsfähigkeit für die Zukunft im Mittelpunkt standen, nutzen kleinere Zentren in Europa und im Nahen Osten die Chancen der Digitalisierung, um deutlich zu machen, dass Größe kein Nachteil ist – und dass es bei FinTech für eine Realität nach COVID ebenso sehr um eine vernetzte Denkweise geht wie um den physischen Standort.
Das heutige Gespräch hob 5 Schlüsselbereiche hervor, die die Zukunft der Finanzdienstleistungen prägen und dazu beitragen werden, sie am Scheideweg der Wirtschaft nach der Pandemie zu positionieren:
- Die Digitalisierung hat einen Gang hochgeschaltet. Und die Grenzen verschwimmen
Wenn das Coronavirus Organisationen aufhorchen ließ und sie zur Kenntnis nehmen mussten, was viele schon vor der Pandemie über die Bedeutung der Digitalisierung gesagt hatten, so wird ihre Nachwirkung die Debatte endgültig zur Geschichte machen. Digital ist keine Entweder-oder-Strategie. Es wird zur einzigen Option. Auch wenn dies selbstverständlich klingen mag, bedeutet es, dass die Unterschiede zwischen innovativen Neueinsteigern und etablierten Institutionen verschwimmen und ein Umdenken über den Zweck von Finanzdienstleistungen gefordert ist, das umfassenderen globalen sozialen und ökologischen Zielen Vorrang einräumt. - Vielfalt – von Branchen, Märkten und Menschen
Die Finanzdienstleistungsbranche war schon immer global ausgerichtet. Nur beschränkte sich „global“ auf eine Handvoll Zentren im Westen und auf eine Branche, die von einer überwiegend weißen, männlichen Belegschaft dominiert wurde. Ein Jahrzehnt FinTech hat diese Annahmen bereits infrage gestellt – und der Erfolg neuer Ökosysteme wie in Doha sowie der Innovationsboom in Asien belegen das Potenzial von FinTech, Unternehmertum zu ermöglichen und die wirtschaftliche Diversifizierung zu vertiefen. Eine digitalere Welt kann unabhängig vom physischen Standort neue Talentkorridore eröffnen – und mehr Chancen (in mehr Teilen der Welt) schaffen als je zuvor. - Den Helfern helfen – Innovation gedeiht nicht von selbst
Trotz der Fortschritte und des „digitalen Schubs“, den das Coronavirus bewirken wird, geht es bei Innovation um mehr als die Gründerin oder den Gründer in der Garage. Florierende Innovationsökosysteme sind auf die Unterstützung etablierter Akteure, des Staates und der Wirtschaft angewiesen – um Zugang zu Kunden zu erhalten, die Unternehmensgründung zu erleichtern und insbesondere in Schwellenländern neue Kunden zu gewinnen. Standorte mit etablierten, florierenden Finanzbranchen wie Hongkong und Luxemburg können mit etablierten Akteuren zusammenarbeiten, um Synergien zu schaffen und eine Innovationsdividende zu ermöglichen, von der alle profitieren. - Impulsgeber statt Regelsetzer
Vor der Pandemie waren die protektionistischen Spannungen groß. Während Finanzdienstleister die potenzielle Bedrohung der Globalisierung mit Sorge betrachteten, war sich unser Podium einig, dass eine Krise dieser Art global koordinierte Antworten erfordert – und zeigte sich optimistisch, dass es neue Impulse für eine stärkere Vernetzung zwischen den Regionen geben wird. Es mag zu früh sein, von einer neuen Welle globaler Finanzstandards zu sprechen – doch die Rolle globaler Organisationen, die vermitteln und die Herausforderungen gegenüber regionalen Regulierungsbehörden artikulieren können, ist wichtiger denn je. - Wind aus dem Osten – das Jahrhundert Asiens
Kein zukunftsorientiertes Gespräch kann die sich wandelnde globale Wahrnehmung Asiens ignorieren. Ganz abgesehen vom wirksamen Umgang mit dem Coronavirus bedeuten die Breite des digitalen Ökosystems Asiens und die Akzeptanz innovativer Finanzdienstleistungen bei den Verbrauchern, dass die Region bereits weltweit führend ist. Wenn die Welt aus der Deckung kommt, wird Asien zunehmend in den Mittelpunkt rücken – für Innovationsinvestitionen, Talente und Verbraucher.
Wir danken den heutigen Teilnehmenden für ein wirklich aufschlussreiches Gespräch:
- Helene Li, General Manager, FinTech Association of Hong Kong
- Chris Hollifield, Manager, FinTech & Business Development, Luxembourg for Finance
- Henk Jan Hoogendoorn, Managing Director Financial Sector, Qatar Financial Centre (QFC) Authority
Und natürlich unseren Co-Gastgebern – Simon Hardie, CEO von Findexable, und Jochen Biedermann, Geschäftsführer der World Alliance.
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